Touristen Einwohner

Einwohner haben keinen Bock mehr auf Tourismus: Das kannst du tun

Mailand, Mallorca, Melbourne: Viele Einwohner beliebter Reiseziele fühlen sich von Touristen und Reisenden gestört. Die Städte und Kommunen unterstützen ihre Bewohner und machen Touristen den Urlaub schwerer. Was du als Reisender dafür tun kannst, das sich der Unmut gegenüber Urlaubern wieder legt:

Spiegel Online berichtete kürzlich über die bisher größte Demo gehen Massentourismus in Palma. Mehr als 3000 Bewohner Mallorcas ärgern sich über immer größere Scharen von Touristen, die sich schlecht benehmen und die Straßen verstopfen.

Auch Italien kämpft mit den Auswirkungen der vielen Besucher und greift zu Strafen und Verwahngeldern. Wie ntv berichtet, kostet künftig schon ein Picknick am berühmten Trevi-Brunnen bis zu 450 Euro. Noch schlimmer trifft es die Stadt Venedig, deren Fundament durch die Kreuzfahrtschiffe beschädigt wird (Augsburger Allgemeine) und massiv ins Bedrängnis gerät, die Stadt vor weiteren Schäden zu bewahren.

Australien gilt als beliebtestes Land für Work-and-Travel-Abenteuer, aber auch hier haben die Einwohner langsam genug von den vielen Rucksack-Touristen. Seit Anfang des Jahres müssen Reisende, die in Australien arbeiten, 15 Prozent Steuern auf ihre Einkünfte zahlen. Ab dem ersten verdienten Cent (ntv).

Backpacker sind nicht die besseren Touristen

Besonders Backpacker legen viel Wert auf die Unterscheidung zwischen Reisenden und „normalen Touristen„. Die Annahme, dass Backpacker, Traveler und Weltenbummler besser sind, ist aber schlicht falsch. Oft sind es die Rucksacktouristen, die lange in einem Ort bleiben und dadurch die Wohnungspreise in die Höhe treiben. Sie selbst profitieren von den günstigen Preisen in Chiang Mai oder Bali, geben aber nichts an die lokale Gemeinschaft zurück.

Das kannst du tun

Beim Reisen geht es um Respekt, Toleranz und Verständnis. Als Besucher kommst du in ein fremdes Land. Das heißt, du bist derjenige, der sich anpassen muss. Dabei ist es egal, ob du nach Indien oder Italien verreist. Jedes Land ist einzigartig und anders, wodurch du dich über jedes Land gesondert informieren musst. Auch wenn Mallorca scherzhaft als 17. Bundesland gilt, gilt die Anpassung auch für naheliegende Urlaubsziele.

EINS: Informiere dich über Sitten und Bräuche

In Thailand berührt man niemanden am Kopf, in Japan ist direkter Augenkontakt unangemessen, in Indonesien zieht man Schuhe und Socken aus, wenn man Häuser betritt.

Manche Dinge kennt man aus dem Gesellschaftsunterricht oder aus Filmen, andere sind ganz neu, wenn man in ein fremdes Land kommt. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, um sich vorab über andere Länder zu informieren. Eine tolle erste Möglichkeit sind die Grafiken von Wandershare.com.

ZWEI: Beschäftige dich mit Kultur und Geschichte

Kambodscha erholt sich noch heute von der Herrschaft der Khmer Rouge, die Iren mussten lange um ihre Unabhängigkeit von Großbritannien kämpfen. Die Vergangenheit prägt die Zukunft und erklärt die Gegenwart. Dass Phnom Penh aussieht, wie eine kommunistische Stadt der Vergangenheit, liegt daran, dass die Stadt unter der Führung von Pol Pot eine Geisterstadt war und die Bevölkerung aufs Land gezwungen wurde.

Um dich mit der Geschichte eines Landes oder einer Stadt auseinanderzusetzen, reicht meist ein Museumsbesuch. Die nationalen Museen sind oft kostenfrei oder gegen eine geringe Gebühr zu besichtigen. In vielen Städten gibt es auch Tagestouren, die dich an die bedeutenden Stätten der Vergangenheit bringen. Nutze diese Möglichkeit vor Ort, um zu verstehen warum ein Land so ist, wie es ist.

DREI: Die Nachfrage bestimmt das Angebot

Viele Attraktionen werden extra für Touristen angeboten. „Machen doch alle“ wirst du dir denken, „ist doch nicht so schlimm“. Das kann Elefantenreiten oder das Streicheln von Tigern sein. Ja, du bist im Urlaub und willst etwas erleben, aber muss es wirklich auf den Kosten von anderen Lebewesen geschehen?

Grundsätzlich gilt: Sei kritisch, wenn es um touristische Attraktionen geht. Gerade in Asien wird versucht aus allem Geld zu machen und schon mit deiner Aufmerksamkeit unterstützt du diese Praktiken.

VIER: Beobachte und adaptiere Verhalten

Als ich letztes Jahr im August nach Indonesien kam, war ich verunsichert. Schon das Straßenüberqueren ist komplett konträr zu Deutschland. Je tiefer ich in die indonesische Kultur eintauchte, desto mehr Verhaltensweisen entdeckte ich. Ich hab beobachtet, es nachgemacht, mich angepasst.

Bald habe ich mit den Fingern gegessen, auf der Straße meine Schultern und Knie bedeckt gehalten und beim Reden und Verstehen die gleichen Laute gemacht wie meine indonesischen Freunde. Dadurch wird das Erlebte nicht nur intensiver, sondern die Einwohner des Landes respektieren dich mehr und freuen sich, weil du dich anpasst.

FÜNF: Hinterlasse einen kleinen Footprint

Klimaneutrales Reisen klingt zu schön um wahr zu sein – und ist es auch. Das bedeutet aber nicht, dass man dieses Bestreben gleich vergessen sollte. Der ökologische Fußabdruck wird aus Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum berechnet und zeigt auf, wie viele Ressourcen du verbrauchst und was du in der Welt zurücklässt.

Wenn ich im Ausland bin, esse ich für gewöhnlich deutlich mehr Fleisch als in Deutschland, weil ich die nationalen Gerichte probieren möchte. Außerdem fahre ich viel Bus und Bahn, weil ich schließlich einiges sehen möchte. In den Städten selbst, bewege ich mich jedoch zu Fuß.

Ich kaufe keinen touristischen Schnick-Schnack und achte auch darauf, dass meine Unterkunft weder ein dauerhafter AirBnB ist, noch ein maßloses Luxus-Hotel. Das sind alles Kleinigkeiten, die vor Ort einen großen Einfluss haben können. Genieße deine Reise, aber versuche dich nachhaltig zu verhalten. 

SECHS: Bedenke die Ressourcen

Wie Tourism Watch berichtet, führt der boomende Tourismus auf Bali zu einer bedrohlichen Wasserknappheit. 65 Prozent des verfügbaren Wassers auf der indonesischen Insel wird für touristische Zwecke verbraucht – zu Lasten der Landwirtschaft.

Palms are friends

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Auch am Mittelmeer gibt es Probleme, das Süßwasser wird knapp. Auch hier ist der unkontrollierte Tourismus Schuld.  Unter den gefährdeten Regionen befinden sich die marokkanische Mittelmeerküste, die Balearen, Sardinien und Korsika (WWF).

Eine nachhaltige und bewusste Urlaubsplanung erfordert es, sich mit Ressourcenknappheit auseinanderzusetzen. Wobei hier auch die Gesetzgebung, sowie die Tourismusbranche gefragt ist, mehr zu informieren und die entsprechenden Gebiete besser zu schützen. Du selbst kannst dich einfach im Vorfeld informieren und so entsprechende Ziele vermeiden.

SIEBEN: Schaue dir die Tourismus-Zahlen an

Die Anzahl der Touristen hängt mit dem Bestand der Ressourcen zusammen, ist aber nicht die einzige Auswirkung von Massentourismus. Und eigentlich träumen wir doch alle von menschenleeren Stränden und ein bisschen Wildnis.

Wir legen unser Badetuch zwischen hundert andere, die aussehen wie unseres. Dabei ertragen wir diese Massen kaum.

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Opodo gibt an, dass 2016 Spanien, die Türkei und Griechenland besonders beliebt bei Urlaubern waren. Anstatt wie Tausende andere dorthin zu fahren, kannst du dich nach anderen Reisezielen umschauen, die nicht so überlaufen sind. Andere Reiseländer sind oft leerer, günstiger und tun viel für den Tourismus vor Ort.

ACHT: Zahle faire Preise

Urlaub zum Schnäppchenpreis – Portale wie Urlaubspiraten und Urlaubsguru machen es möglich. Also quetschen wir uns mit 150 anderen Schnäppchenjägern in ein kleines Flugzeug ohne Beinfreiheit, halten eine 10-Stunden Zwischenlandung aus, um dann in einem Pauschalhotel einzukehren.

Ich freue mich auch über einen Schnapper und wenn ich Flüge und Unterkünfte buche, vergleiche ich selbstverständlich auch. Aber knauserig sollte man nicht sein. Wenn du dir leisten kannst, Emirates 600 Euro für einen Flug nach Indonesien zu bezahlen, solltest du auch im Land selbst ein bisschen Geld lassen und die lokale Wirtschaft unterstützen.

Für den Eintritt im Borubudur-Tempel in Yogyakarta zahlen IndonesierInnen 30.000 Rupiah, Touristen zahlen 260.000 Rupiah (15 Euro). Das ist ein deftiger Preisunterschied. Dafür besucht man aber einen der schönsten Tempel der Welt und unterstützt ein Schwellenland, das Unterstützung wirklich nötig hat.

Wenn wir verreisen profitieren wir oft von der prekären wirtschaftlichen und politischen Lage des Landes. Ob Griechenland, Türkei oder eben Indonesien. Deswegen solltest du im Ausland nicht um jeden Euro feilschen, sondern auch den Leuten vor Ort etwas gönnen.

NEUN: Mache keine unnötigen Reisen

Für mich die vielleicht wichtigste Regel, wenn es ums Reisen geht: Reise nur an Ort, die dich wirklich interessieren. Zum Shoppen nach London, zum Kiffen nach Amsterdam und Party machen in Thailand gehört für manche Leute vielleicht auf die Bucket List – einmal reicht dann aber auch. Ebenso bescheuert ist es, nur für einen weiteren Stempel im Reisepass ein Land „mitzunehmen“. Such dir deine Reiseziele bewusst aus, dann kann nicht viel schief gehen 🙂

Schottland Rundreise

Reiseroute: 10 Tage Irland, Schottland und England

Es muss nicht gleich eine einjährige Weltreise sein. Auch wenig Zeit bietet viel Raum für Abenteuer. Ich bin 10 Tage mit einer Freundin durch Irland, Schottland und England gereist und komplett begeistert, wie viel wir sehen konnten.

Irland: Dublin, Galway, Cliffs of Moher, Baby Cliffs

Irland hat mich enttäuscht. Das kleine Land ist zwar charmant, aber nicht besonders abwechslungsreich. Grüne Wiese, Schafe, Burgen und Steine prägen die Landschaft. Dazu kommt der mürrische Regen und der allseits bedeckte Himmel. Trotzdem ist Irland charmant, aber für mich kein Must-See.

Dublin haben wir an einem Tag per Fuß erkundet. Die Stadt ist klein und durch die vielen kleinen Pubs schon sehenswert. Für den zweiten Tag haben wir vorher eine Tour gebucht, die uns zu den Cliffs of Moher (schön, aber sehr überlaufen), den Baby Cliffs und nach Galway gebracht hat. Touri-Touren werden ja oft belächelt, diese Tour fand ich aber sehr sinnvoll, weil wir nur wenig Zeit für Irland eingeplant hatten.

Schottland: Glasgow, Edinburgh und die Highlands

Schottland hingegen hat mich einfach nur umgehauen. Hier hatte ich aber auch kaum Erwartungen, weil ich mich vorher kaum informiert hatte 🙊 Wer Europa bereisen möchte, sollte unbedingt nach Schottland fahren. Hier gibt es spannende Städte wie Glasgow und Edinburgh, beeindruckende Natur in den Highlands und viele Drehorte aus den Harry-Potter-Filmen.

Unser Couchsurfing-Host in Glasgow hat uns spontan mit auf einen Tagestrip in die Highlands genommen. Dadurch haben wir an einem Tag viel sehen können. Unter anderem Loch Lomond, Loch Ness, Fort William und Glenfinnan. Ich kann dringend empfehlen selbst mit dem Auto oder Motorrad zu fahren und keine Tour zu buchen. Nur ein bisschen mehr Zeit würde ich mir das nächste Mal nehmen. Alles an einem Tag zu sehen ist einfach etwas zu anstrengend und man kann die Schönheit kaum noch genießen.

England: Nottingham und Matlock Bath

Unser Hauptziel für die Reise war Nottingham. Dort lebt momentan ein indonesischer Freund von uns, den wir besucht haben. Nottingham ist kein typisches Reiseziel, sondern eine Studentenstadt. Zahlreiche günstige Restaurants, Bars und Secondhand-Läden warten hier. Außerdem die University of Scotland und die Trent University.

Von Nottingham waren wir nur eine Zugstunde von der niedlichen Kleinstadt Matlock Bath entfernt. Ein echter Geheimtipp, wo wir die Heights of Abraham erwandert sind, eine Cave besichtigt haben und ein Feuerwerk genießen konnten. Der perfekte Abschluss unseres Trips!

Transport, Essen und Leute

Der Pound und der Euro liegen derzeit fast gleichauf, wodurch Großbritannien kein günstiges Reiseziel ist. Allerdings bieten Tesco und sämtliche Restaurants „Meal Deals“ an, sodass man doch recht günstig essen kann. Durch die gute Infrastruktur durch Nah- und Fernbusse ist man in Großbritannien sehr mobil. Mit sn-ap Travel, dem National Express und City Link kommst du zügig von A nach B. Allerdings solltest du hier früh buchen, da es kurzfristig teuer werden kann.

Richtig begeistert bin ich von der Freundlichkeit der Iren, Briten und Schotten. Wer aus dem Bus aussteigt, bedankt sich beim Busfahrer und wenn wir uns mal wieder verirrt hatten, hat uns immer jemand geholfen. So macht Reisen Spaß!

Großbritannien England Karte

Warst du auch schon in Irland oder Großbritannien reisen? Was hat dir am meisten gefallen?

Hasdrubal Tunesien

Verscherbel mir die Welt: Warum Urlaubsguru und Co dem Reisen schaden

Websites wie Urlaubsguru, Urlaubspriraten und Co locken mit Schleuderpreisen. Für wenig Geld geht es nach Spanien, Bali oder New York. Dabei werden Sehnsüchte geweckt, die wir gar nicht haben.

Reisen ist ein Privileg

Reisen ist ein teurer Spaß. Auch wenn Südostasien und Südamerika durch günstige Preise auf schmale Budgets passen, bleibt Reisen ein Privileg. Zeit, Geld und Energie müssen zusammenspielen, damit die Reiselust auch ausgelebt werden kann. Hier setzen Schnäppchenportale für Reisen an. 3 Tage Rom gibt es für 112 Euro, fünf Tage im Luxus auf Kos für 584 Euro.

Die Welt sehen zu können ist großartig. Es schärft die Sinne, festigt die Persönlichkeit und macht dich vor allem offener für andere Kulturen. Gleichzeitig schaden die durch Reisen verursachten Emissionen dem Klima. Hotels und Resorte treiben Preise in die Höhe und vertreiben die Einheimischen aus der jeweiligen Region. Deswegen solltest du bewusst reisen und es nicht nur als Mission Passport verstehen.

Still can’t get over the color of the water 😍

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Schnäppchenseiten schaffen Sehnsüchte

Die Suche nach günstigen Reise ist verständlich. Urlaub sollte schließlich keine Frage des Einkommens sein, sondern steht allen Menschen zu. Allerdings bieten gerade die Schnäppchenseiten selten das Angebot zu den Konditionen, die wir uns eigentlich erträumt haben. Aus Backpacking in Kambodscha wird so All-Inclusive in Thailand, die Erkundung von Malta zum Strandurlaub in Spanien.

Wir erfüllen also gar nicht unsere wahren Reisewünsche und treten zu spannenden Individualreisen an, sondern pressen uns in ein vorgefertigtes Reise-Korsett. Klar, das Angebot kann genau deinen Wünschen entsprechen und auf dich abgestimmt sein. Oftmals geht es aber eben doch nur um Strand und Sonne; und das möglichst günstig.

Reisen wird so zur Trash-Ware am Fließband, anstatt zum außergewöhnlichen Erlebnis. Das Privileg wird zum normalen Wochenendprogramm. Wenn alles günstig und schnell zu haben ist, konzentrieren wir uns nicht mehr auf einzelne Erlebnisse und schätzen das Reisen nicht mehr. Je geht nur noch um mehr. Mehr Meer, mehr Stempel im Pass, mehr Selfies vor Sehenswürdigkeiten.

Nachhaltigkeit: Fehlanzeige

Flugreisen sind generell nicht nachhaltig. Die günstigen Preisen kommen auf Urlaubspiraten und co oft zustande, in dem Gabelflüge und Stop-Over Flüge angeboten werden. Anstatt des direkten und schnellsten Weges gibt es also oft mehrere Zwischenstops. Da bei Gabelflügen die Startflughafen ein anderer als der Zielflughafen ist, kommt zudem noch mindestens eine längere Fahrt mit Bus oder Bahn hinzu.

Tourismus, egal, wie nachhaltig man sich verhält, ist ein ökologisches Problem. Reisende steigern Müll, das Verkehrsaufkommen und verdrängen durch Hotelanlagen, Clubs u.ä. die Einheimischen aus den Orten. Daher sollte man diese Gleichung, die zu Lasten der Umwelt fällt, zumindest moralisch ausgleichen. Zum Beispiel, in dem nur an Orte reist, die dich interessieren. Und indem du den Urlaub in dem Land nutzt, um deinen Horizont zu erweitern. Damit löst du nicht das Klimaproblem, aber die Reise hatte zumindest einen ideellen Wert.

Bekommt das Reisen bald Image-Probleme?

Die Tourismusbranche ist eine der größten der Welt. Und auch in meinem Freundeskreis wird die Reiselust immer größer, Backpacking wird beinahe normal. Leider bleibt die ethische und ökologische Verantwortung dabei schnell auf der Strecke.

Wir müssen dringend bewusster und überlegter reisen. Mehr unsere nahe Umgebung entdecken als in die Ferne zu fliegen. Uns vor Ort besser und respektvoller verhalten, sowie Reiseveranstalter, Hotels und Co kritischer auswählen.

Reisen ist einfach und sogar erschwinglich, wenn man es geschickt anstellt. Doch die wahren Kosten sollte nicht unsere Welt tragen.

 

Ruhrgebiet: Meine fünf liebsten Cafes in Essen

Das Ruhrgebiet wird meilenweit unterschätzt. Ich habe etwa zwei Jahre in Essen gewohnt und die Großstadt mitten im Pott ins Herz geschlossen. Wer immer noch an Bergwerke und Gastarbeiter denkt, wenn er von Essen hört, lebt in der Vergangenheit. Stattdessen zeigt sich Essen als grüne Stadt, die mit vielen modernen und coolen Restaurants und Cafes trumpfen kann.

Besonders der Essener Süden mit den Stadtteilen Rüttenscheid und dem Südviertel sind bekannt für ihre offene Kultur, die vielen inhabergeführten Geschäften und den Third Wave Cafes. Da mein Umzug aus Essen kurz bevor steht, wird es Zeit für einen Essen-Gedächnis-Post.

Cafe und Coworking – Das Kabü in der Annastraße

Cafe in Essen Kabü in der Annastraße Cafe in der Annastraße Kabü Kaffee und Coworking

Das Kabü steht für Kaffee und Büro und ist erst seit eineinhalb Jahren in Essen zuhause. Wie der Name schon verrät, bietet sich das Cafe als Coworking-Space in Essen an. Dafür sprechen viele verschiedene Sitzmöglichkeiten, reichlich Steckdosen und gutes Wifi. Für das Kabü braucht man kein Tagesticket, sondern bezahlt wie in einem normalen Cafe nur Kaffee, Kuchen oder was immer man verspeist. Dazu kommt das wunderschöne, minimalistische Interior, das man sogar kaufen kann. Das Vorbeischauen lohnt sich also aus vielen Gründen!

Wifi: Sehr gut. Laptop-Freundlichkeit: Hoch. Essens-Angebot: Mittel.

Bücher und Gemütlichkeit – Das Cafe Livres in der Moltkestraße

Cafe Livres Essen MoltkestraßeCafe Livres in Essen in der Moltkestrasse

 

Das Cafe Livres ist durch die blaue Fassade von außen gleich erkennbar. Der zweite Blick fällt durch die großen Fenster auf die Bücherwand, womit sich das Cafe bei mir schnell beliebt gemacht hat. Doch auch wenn du kein Buchfan bist, wird dich das Livres begeistern. Es gibt sehr leckeres Kaffee, ein paar warme Gerichte und tollen veganen Kuchen. Außerdem lockt mich mein liebstes Fensterplatz in ganz Essen immer wieder in die Moltkestraße.

Wifi: Mittel. Laptop-Freundlichkeit: Mittel. Essens-Angebot: Gut.

Kreativität und Chaos – Das Unperfekthaus in der Innenstadt

Unperfekthaus Essen Ruhrgebiet

Das Unperfekthaus ist wahrscheinlich einzigartig in Deutschland. Im Gebäude einer alten Kapelle finden sich Kreative, Freelancer, aber auch Geschäftstüchtige. Im Unperfekthaus passiert so viel, es ist schwer zusammenfassen.

Ich mag den Ort besonders, wenn ich für mehrere Stunden arbeiten möchte und mich ein bisschen „einrichten“ möchte. Nachdem man knappe sechs Euro Eintritt gezahlt hat, stehen einem alle Stockwerke des Unperfekthauses zur Verfügung. Inklusive Getränke-Flat mit Kaffee, Tee und Limonade, sowie eine schöne Dachterrasse. Für ein paar Euro zusätzlich gibt es noch Zugang zu einem richtig guten Büffet.

Wifi: Sehr gut. Laptop-Freundlichkeit: Hoch. Essens-Angebot: Sehr gut.

Bio und Cinnamon Buns – Das Cafe Kucabi in der Moltkestraße

Cafe Kucabi Moltkestraße Essen Ruhrgebiet Kucabi Cafe Bio Moltkestraße

Ich habe mich verliebt. In die Cinnamon Buns aus dem Cafe Kucabi. Wenn ihr hier vorbeischaut, ist das Probieren Pflicht. Leider gibt es die Zimtschnecken momentan nur am Nachmittag. Dafür schlägt mein grünes Herz ganz laut, denn alle Lebensmittel sind hier bio.

Das Kucabi ist das jüngste Cafe in dieser Liste und erst seit Mai in Essen direkt gegenüber vom Cafe Livres. Der Geschäftsführer des Cafes hat vorher unter anderem die Philharmonie beliefert, kennt sich also gut aus!

Wifi: Mittel. Laptop-Freundlichkeit: Mittel. Essens-Angebot: Mittel.

Gebraucht und lecker: Cafe Konsumreform

Cafe Konsumreform Essen Theke

Das Cafe Konsumreform gehört zum Unperfekthaus und bietet Kaffee, Kuchen, Salate und einiges mehr. Das Besondere: Im Cafe gibt es eine Flohmarkt-Ecke, in der es Gebrauchtes, aber auch handgemachten Schmuck zu kaufen gibt.

Hier ist es besonders gemütlich, wenn man mit Freunden unterwegs ist und nicht nur auf dem Sprung ist.

Wifi: Nein. Laptop-Freundlichkeit: Hoch. Essens-Angebot: Gut.

BONUS: Das Simply Coffee in Duisburg

Simply Coffee Duisburg

Ausnahmsweise bewege ich mich nun außerhalb Essens Stadtgrenze. Eine gute Freundin beklagte sich immer wieder, dass es in Duisburg einfach keine schönen und cooles Cafes gibt. Also haben wir uns auf die Suche gemacht und Simply Coffee gefunden.

Das Cafe ist super gemütlich, das Personal ist freundlich und sogar draußen gibt es ein paar Sitzplätze.

Wifi: Gut. Laptop-Freundlichkeit: Hoch. Essens-Angebot: Niedrig.

In der Karte findest du nicht nur meine liebsten Cafes in Essen, sondern auch noch ein paar andere, in denen ich ab und an zu finden war.

Hast du ein Lieblingscafe in Essen?

MyMaps Google Tutorial

Tutorial: Interaktive Karten mit Googles MyMaps erstellen

Egal, ob ich über meine Reiseroute in Südostasien berichte oder über die lebenswertesten Städte auf der Welt: Immer binde ich MyMaps ein, um dir zu zeigen, worüber ich gerade schreibe. Als Reiseblogger ist das unheimlich nützlich. Doch auch wenn du von deinen liebsten Cafés in der Heimat schreibst, helfen Karten dir, deine Inhalte zu visualisieren.

MyMaps ist ein kostenloses Tool von Google, das auf Google Maps basiert. Es ermöglicht dir, Orte zu markieren, Routen zu erstellen und einzelne Elemente zu kennzeichnen. Heute möchte ich dir die Basics beibringen, damit du in Handumdrehen deine eigenen Karten mit MyMaps kreieren kannst.

Karten mit MyMaps erstellen

EINS: Um Karten erstellen zu können, brauchst du einen Google Account und besuchst die Seite mymaps.google.com. 

ZWEI: Gebe deiner Karte einen aussagekräftigen Namen.

DREI: Lokalisiere die ersten Orte, die du markieren möchtest. Du kannst Länder, Städte oder auch Sehenswürdigkeiten markie  ren. Also alles, was du auch bei Google Maps finden kannst.

MyMaps Orte finden und hinzufügen

VIER: Ordne deine markierten Orte, weisen ihnen Symbole zu und werde kreativ.

a. Ordne die Orte in Ebenen und Reihenfolge

b. Weise Symbole zu

c. Ändere die Struktur der Karte

FÜNF: Mach deine Karte öffentlich.

SECHS: Bette deine Karte in deinen Blog oder deine Website ein.

Gestaltungsmöglichkeiten der Karte

Wie du schnell feststellen wirst, gibt es viele Möglichkeiten, die Karte schöner und hilfreicher zu gestalten. Du kannst zum Beispiel die Optik der Karte ändern, für jeden Ort ein bestimmtes Symbol hinzufügen und auch eigene Bilder hochladen.

Am besten markierst du in der Karte alle Orte, die du in deinem Blogpost erwähnst. So werden Entfernungen und Besonderheiten der Region oder des Landes besonders deutlich. Die höchste Prämisse sollte die Nutzerfreundlichkeit sein. Das bedeutet: Markiere die relevanten Punkte und nicht alles, was dir in den Sinn kommt. Benutze verständliche Symbole und benenne deine Karten und Ebenen so, dass andere Nutzer verstehen, was du meinst.

Nutzt du auch Karten, um deine Abenteuer zu visualisieren? Oder hast du Fragen zu MyMaps?