Checkliste: Ein Auslandssemester in Asien planen

Auslandssemester in Asien planen

Mein Auslandsemester war die Krönung meines Studiums und hat mir viele positive Erfahrungen geschenkt. Die Planung ist leider langwierig und kompliziert. Ein Überblick über all die Dinge, an die du denken musst, wenn du ein Auslandsemester außerhalb Europas planst.

Im August 2016 ging es für mich los:  Fünf Monate habe ich in Indonesiens Hauptstadt Jakarta studiert, danach ging es mit meinem Rucksack durch Südostasien. Ich habe in Indonesien gelebt, bin dort gereist und habe aus Asien gearbeitet. Ich habe mich ewig darauf gefreut und die Realität war sogar noch besser als meine Vorstellungen.

Kurzum: Ich kann jedem empfehlen ein Auslandssemester in Asien zu machen. Die Vorbereitung solltest du allerdings nicht unterschätzen. Einen längeren Auslandsaufenthalt neben Job und Uni zu planen ist viel Arbeit und mit viel Frust verbunden. Es lohnt sich, aber das macht die Sache ja nicht weniger anstrengend.

Damit Du weißt, worauf du dich einlässt, habe ich die wichtigsten Vorbereitung aufgeschrieben. Die variieren natürlich auch wieder nach Land, Universität und Dauer des Aufenthalts.

Bürokratie & Co für ein Auslandssemester in Asien

+ Partnerhochschule: Wenn du ein Semester im Ausland machen möchtest, informiere dich an der Uni oder Hochschule über Partnerhochschulen. Die meisten Unis haben ein großes Netzwerk, in denen der Austausch problemlos klappt.

+ Reisepass: Dein Reisepass muss bei der Einreise noch mindesten sechs Monate gültig sein. Beachte auch, dass du innerhalb des Semester vielleicht mal aus dem Land fliegst und wieder rein möchtest.

+ Visum: Das Besorgen des Visums ist eine kleine Meisterleistung. In Indonesien ändern sich die Bestimmungen laufend und gerade für Studenten gibt es spezielle Visa. Für die Beantragung wendest du dich am besten an die jeweilige deutsche Botschaft, die Botschaft des Auslandslandes und dem International Office der Partnerhochschule. Die Beantragung dauert super teils sehr lange, kümmere dich spätestens zwei Monate vor Abflug um dein Visum.

+ Impfen: Gerade wenn du Richtung Asien oder Ozeanien reist, solltest du dich vorher unbedingt über die notwendigen Impfungen informieren. Das geht direkt beim Arzt oder beim Gesundheitsamt

+ Reisekrankenversicherung: Deine normale Reisekrankenversicherung gilt nur 45 Tage nach Einreise. Besorg dir also eine, die die gesamte Reisezeit abdeckt.

+ Kreditkarte: Um überall an dein Geld zu kommen, ist eine Kreditkarte wichtig. Meine ist von der DKB, dort kannst du auf der ganzen Welt kostenlos Bargeld abheben. Viele empfehlen sogar zwei Kreditkarten mitzunehmen.

+ Deine Wohnung: Wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst, musst du dir überlegen, was du mit deiner Wohnung oder deinem WG-Zimmer anstellst. Untervermieten? Aufgeben? Leer lassen? Bedenke, dass du auch hier Zeit brauchst, um alles mit deinem Vermieter zu besprechen und deine Sachen auszuräumen.

+ Postnachsendung: Wenn du deine Wohnung behältst, kümmere dich unbedingt darum, dass deine Post weiter gesendet wird. Zum Beispiel zu einer guten Freundin oder deinen Eltern.

+ Geld: Auslandssemester sind teuer, besonders zu Beginn musst du erst einmal Geld reinstecken. Fang daher früh an, dir Geld beiseite zu legen.

+ Auslands-Bafög: Mein Auslands-Bafög war ziemlich hoch, dafür dauert die Bearbeitungszeit auch lange. Und die Beantragung ist noch umfassender als beim Inlands-Bafög.  Übrigens: Selbst wenn du im Inland kein Bafög bekommst, bestehen Chancen auf Auslands-Bafög

+ Stipendien: Außerhalb Europas gibt es kein Erasmus, dafür aber Stipendien zur Finanzierung. Ich hatte ein PROMOS-Stipendium. Die Bewerbung ist recht einfach und der Aufwand ist angemessen.

+ Flüge buchen: Ich persönlich mag es nicht, Monate vorher zu buchen. Aber natürlich werden Flüge teurer, desto länger du wartest. Ein festes Abflugdatum sorgt außerdem für ein bisschen Druck, dass ich manchmal ja ganz nützlich.

 

Die Universität im Ausland

+ Kontaktperson: Nimm Kontakt mit dem International Office der Partnerhochschule  auf, die helfen dir bei allem!

+ Semesterstart & -ende: Wann musst du da sein? Gibt es eine Einführungswoche? Wann sind Klausuren?

+ Kurse wählen: Welche Kurse stehen zur Auswahl? Gibt es Anwesenheitspflicht?

+ Persönliche Daten: Deiner Kontaktpersonen musst du allerhand persönlicher Daten zuschicken. Was genau, sagt dir das International Office oder eben der Beauftragte für Austauschstudierende.

 

Deine heimische Universität

+ Kurse anrechnen lassen: Damit du nicht nur zum Spaß im Ausland bist, musst du die die Seminare aus dem Ausland suchen, die für deine heimischen Kurse im entsprechenden Semester angerechnet werden können. Das musst du mit den jeweiligen Professoren oder Dozenten besprechen und schriftlich festhalten

+ Semesterticket-Befreiung: In NRW gibt es ein Semesterticket. Für eben das Ticket kann man sich bei der Asta befreien lassen. Dadurch sinkt der Semesterbeitrag erheblich und sparst ein wenig Geld.

 


Wichtige Kontaktpersonen

+ Der Auslandsbeauftragte deiner Universität / Hochschule

+ Der Auslandsbeauftragte der Austausch-Uni / Hochschule

+ Beide International Offices

+ Studierende, die vor dir im jeweiligen Land ein Auslandssemester gemacht haben.


Reiseland

+ Abholung vom Flughafen: Organisiere unbedingt, wie du vom Flughafen zu deiner Unterkunft kommst. Holt dich jemand ab? Oder gibt es öffentliche Verkehrsmittel, die dich unkompliziert zum Ziel bringen?

+ Unterkunft: Nicht jede Uni verfügt über Studentenwohnheime. Manchmal ist es auch sinnvoller erstmal bei einem Airbnb-Apartment unterzukommen und dann vor Ort zu suchen. Am besten kann dir bestimmt das International Office weiterhelfen.

+ Offline Maps: Lade dir bei Google Maps die Offline-Karte der Region runter oder nutze die App Maps.me

 

Reisegepäck für das Auslandssemester

+ Gute Basic-Kleidung: Nimm‘ die Kleidung mit, die du wirklich gern anziehst und sich gut kombinieren kannst. So kannst du weniger einpacken und sparst Gewicht.

+ Capsule Wardrobe: Nutze die Gelegenheit zum Aussortieren und konzentriere dich auf die Kleidung, die du wirklich brauchst. Es reicht viel weniger als du denkst, glaub mir!

+ Besonders in Asien gibt es viele Schwellenländer und das solltest du beachten. Lass Markenkleidung zuhause.

+ Kleidervorschriften: Aus religiösen oder gesellschaftlichen Gründen gibt es in manchen Ländern oder Regionen Kleidervorschriften. In meiner indonesischen Universitäten mussten Schulten und Knie immer bedeckt sein. Auch auf der Straße kleidet man sich in Jakarta nicht freizügig.

+ Backpack oder Koffer: Ich bin generell für kleines, übersichtliches Gepäck. Wenn du nach dem Semester noch weiterreisen willst, nimm lieber einen Backpack mit statt eines Koffers.

Die Liste ist wahrscheinlich nicht einmal vollständig, aber ein Anfang. Wenn dir mehr Dinge einfallen, die man vorher beachten und erledigen muss, sag unbedingt Bescheid!

 

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