Koh Rong Samloem in Kambodscha

Koh Rong Samloem: Mit der Sonne leben in Kambodscha

Den ganzen Tag barfuss unterwegs zu sein hat schon was. In Koh Rong Samloem dreht sich die Welt noch langsam. Ich bin in der M’Pay Bay gelandet, ein Urlaubsparadies, das mehr an ein kleines Fischerdorf erinnert. Kein Spur von Massentourismus, Gentrifizierung oder anderen Modewörtern. Eine kleine Idylle kurz vor der Küste Kambodschas.

Eine Ruheoase in Kambodscha

Koh Rong Samloem ist die kleine Schwester der Partyinsel Koh Rong und das genaue Gegenteil. “Live by the sun” klingt ein bisschen doof, ist aber genau das, was die Insel ausmacht. Morgens wird man von der Sonne geweckt, abends wird es früh dunkel, so dass ich immer gegen 10 Uhr im Bett war. Man isst wenn man Hunger hat, wandert umher und bleibt da, wo es einem gefällt. Zeit spielt keine Rolle.

Ich war vier Tage auf der Insel und habe sie vor allem liegend und schaukelnd in der Hängematte verbracht. Nirgends lässt sich so gut abschalten wie an menschenleeren Stränden. Ohne störende Geräusche von Autos. Nur das Meer und ich.

Koh Rong Samloem Paradies

Die Anreise nach Koh Rong Samloem

Von Sihanoukville fahren täglich mehrere Fähren nach Koh Rong Sanloem, aber auch nach Koh Rong Island und anderen Inseln. Ich haben online ein Ticket (Hin-und Zurück) für 20 Dollar bei GTVC Speedboat gekauft. Einen Tag bevor man zurück auf das Festland möchte, kann man einfach im Office Bescheid sagen. Den Treffpunkt für die Abfahrt habe ich auf der Karte markiert. Von dort wirst du dann mit einem Kleinboot zum Speedboat gebracht.

Achtung: Bei der Rückfahrt hatte ich etwas Probleme, weil die Firma nicht mit dem großen Andrang fertig wurde. Ich kam also deutlich später wieder in Sihanoukville an als geplant. Deswegen unbedingt die Rückfahrt mit großzügigen Puffer planen!

Die Crew des Speedboats hat uns in Koh Rong Samloem am markierten Ankunftspunkt herausgelassen. Leider ist dieser Teil der Insel nicht der Teil, wo mein Hostel stand. Doch auch dafür gibt es eine Lösung.

Jeden Nachmittag kommt gegen 17 Uhr das Suppy Boat, das Lebensmittel, Getränke, aber auch Elektrogeräte auf die Insel bringt. Für 5 Dollar nimmt die Crew dich mit und setzt dich an anderen Teilen der Inseln ab. Ich musste zur M’Pay Bay. Die Fahrt dorthin dauerte rund 1 1/2 Stunden, da das Boot auch an anderen Buchten hält. Dafür lernst du aber kennen, wie die Lebensmittelverteilung in Kambodscha funktioniert. Die Show ist auf jeden Fall 5 Dollar wert.

Bei der Rückfahrt bin ich ganz schön ins Schaukeln gekommen. Auch morgens fährt ein Supply Boat, auf das ich wieder gesprungen bin. Allerdings gab es ein riesiges Unwetter, so dass wir uns bald alle festhalten mussten und verdammt nass wurden.

Supply Boat Anfahrt Koh Rong Samloem

Koh Rong Samloem: M’Pay Bay

M’Pay Bay begrüßt dich schon am Pier mit vielen Bars und Restaurants. Dadurch ist der erste Eindruck sehr touristisch. Doch das täuscht. M’Pay Bay ist mehr wie ein kleines Dorf, in dem Einwohner und Reisende Seite and Seite leben. Es gibt kein Hotel, nur ein paar kleine Hostels und ein Resort am Rande.

Hostels versprechen generell keinen Luxus. In Asien bekommt man für ein paar Euro in der Regel aber ganz anschauliche Dorm-Rooms. Auf Koh Rong Sanloem sieht das ein bisschen anders aus. Mein Hostel, Yellow Moon, bestand aus Baumstämmen, Blech und Stroh. Die Betten haben bei der kleinsten Bewegung geschaukelt. Es gab keine AC, nur Ventilatoren. Und kein Internet.

Yellow Moon Hostel Koh Rong Samloem

Alles etwas gewöhnungsbedüftig, aber für diese Inseln nimmt man das gerne in Kauf. Irgendwie gehört das Puristische sogar dazu und ist Teil des Charmes. Koh Rong Samloem grenzt sich so klar ab von thailändischen Partyinseln, die westlichen Standards kaum mehr nachstehen. Koh Rong Samloem ist etwas besonderes.

Ein bekannter Geheimtipp

Immer wenn ich von Kambodscha erzähle, kann ich jeden nur raten, so schnell wie möglich ins Land zu reisen. Auch wenn Kambodschas Inseln noch nicht von vielen Touristen entdeckt wurden sind, sind sie unter Reisenden bekannt. Auf der größeren Insel Koh Rong wird momentan ein Flughafen gebaut, der den Ort endgültig bereit für Touristen macht.

Wer die Schönheit noch genießen möchte, sollte Koh Rong Samloem und Kambodscha also schnell besuchen.

Übrigens: Koh Rong Samloem wird auch oft mal Sanloem oder Saloem genannt. Da gibt es kein falsch oder richtig und es ist immer die gleiche Insel gemeint.

Koh Rong Samloem Reise

Lebenswertesten Städte der Welt - Hamburg

Auf die Bucket List? Das haben die lebenswertesten Städte der Welt gemeinsam

Melbourne bleibt beliebt und ist weiterhin die lebenswerteste Stadt der Welt. Die großen Sehnsuchtsmetropolen New York und Toyko fehlen in den Top 10, dafür hat es die deutsche Stadt Hamburg geschafft.

Städte, in denen wir gerne leben würden

Melbourne, Wien und Vancouver: Die Städte, in denen es sich am besten leben lässt, sind nicht die Metropolen, an die ich sofort denken würde. Und, ehrlich gesagt, ich war bisher nur in Hamburg. Die Liste, die der Economist jetzt veröffentlicht hat, spricht allerdings klar dafür, das bald zu ändern. Und sieht, bei einem genauem Blick, ähnlich aus, wie in den Jahren zuvor.

Die Städte wurden anhand von 30 Faktoren untersucht, dazu gehören Stabilität, Infrastruktur, Bildung, gesundheitliche Versorgung und Umwelt. So wundert es kaum, dass Kanada und Australien mit gleich mehreren Städten in der Top 10 vertreten sind.

Gute Nachrichten: Die Lebensqualität verbessert sich

Die Untersuchung der Economist Intelligence Unit verbirgt allerdings auch gute Nachrichten. Das erste Mal seit zehn Jahren ist die Lebensqualität weltweit wieder gestiegen. Darunter sind Städte wie Dhaka (Bangladesh), Jakarta (Indonesien) und New Dehli (Indien). Doch auch Amsterdam und Toronto konnten die sogenannte „liveability“ verbessern, was zum Beispiel an der fallenden Kriminalitätsrate liegt.

Genau diese Rate ist das Problem der großen Städte wie New York, Tokyo oder London. Die Kriminalität ist hoch, der Verkehr ist wahnsinnig und die Infrastruktur nicht gut genug für all die Millionen Menschen. Konsequenz: Die Lebensqualität sinkt.

Die lebenswerten Städte sind teuer

Lebenswertesten Städte der Welt

Eines fällt jedoch sofort auf: Auf den vorderen Plätzen der Liste befinden sich nicht gerade Billig-Ziele. Hamburg, Wien und Finnland sind in Europa als teurer Spaß bekannt. Ein Vergleich mit einer eher günstiger Stadt in Europa bestätigt diesen Eindruck.

Nach der Seite numbeo.com sind die Lebensmittelpreise im Supermarkt in der tschechischen Hauptstadt Prag 32 Prozent niedriger als in Hamburg. Die Restaurantpreise sind in Prag beinahe 50 Prozent günstiger. Doch auch wenn alle Städte in der Top 10 nicht für günstige Preise bekannt sind, sind sie preiswerter als andere vergleichbare Städte.

Hamburg ist zwar teuerer als Berlin, dafür aber kostenfokussiert vor München. Helsinki ist günstiger als die skandinavischen Städte Stockholm und Oslo. In Melbourne kommt man mit weniger Geld aus als in Australiens Flagship-City Sydney.

Trotz des Reisepreises bleiben die Top 10 auf meiner Bucket List und werden hoffentlich zeitnahe besucht. Wien ist aus Deutschland ja recht einfach zu erreichen. Und Kanada und Australien sind sowieso einen Besuch wert.

In wie vielen Städten der Top 10 der lebenswertesten Städte warst du schon? Welchen Eindruck hattest du?

Digitale Normaden Bali Ubud

Digitale Normaden: Entwickler und Texter haben die besten Chancen!

Viele von uns streben nach Reisen und Flexibilität. Digitale Normaden vereinen beides. Ortsunabhängig arbeiten sie an interessanten Projekten in den schönsten Orten der Welt. Eine Studie hat jetzt herausgefunden, welche Berufe besonders gefragt sind.

Jobs für Digitale Normaden

Die Jobsuchmaschine Joblift, die die Stellenanzeigen verschiedener Plattformen zusammenfasst, hat die Jobangebote für ortsunabhängiges Arbeiten der letzten zwei Jahre analysiert. Unter den rund 1.400 Stellenanzeigen richteten sich 39 Prozent an Web-Entwickler, Texter, Marketing- & Sales-Experten, sowie Datenanalysten.

Trotz der guten Aussichten für diese fünf Berufsgruppen, führen nur rund 1 Prozent aller Inserate ortsunabhängiges Arbeiten als Eigenschaft des Jobs auf. Der Großteil aller Jobs findet also ganz konventionell im Büro statt. Doch die Positionen, die sich an Digitale Normaden richtigen werden im Schnitt zehn Tage schneller besetzt als „normale“ Angebote. Das spricht für die Beliebtheit von Tätigkeiten, die in Hamburg genauso gut wie in Chiang Mai ausgeführt werden können.

Wie findest du ortsunabhängige Jobs?

Die meisten Digitalen Normaden sind nicht festangestellt, sondern haben ihr eigenes Online-Business aufgezogen. Bekannte Beispiele sind die Blogs Pink Compass oder Planet Backpack, bei denen die Gründerinnen ein ganzes Geschäft drum herum aufgebaut haben.

Als Freelancer ist man damit, wie schon die Joblift-Studie zeigt, am besten aufgestellt, um überall auf der Welt arbeiten zu können. Voraussetzung ist, dass keine persönlichen Treffen notwendig sind und es an deinem Wunschort gutes Internet gibt. In Südostasien sind besonders Chiang Mai in Thailand und Bali in Indonesien beliebte Ort für digitale Normaden.

Wer erst einmal klein anfangen möchte, findet ein Praktikum bei startmeup und arbeitet als PraktikantIn in einem Startup auf Bali, in Barcelona oder Mexiko. Größere ortsunabhängige Jobs gibt es zum Beispiel bei remote.io. Grundsätzlich gilt vor allem eines: Augen offen halten und aktiv am Traum des ortsunabhängigen Arbeitens werkeln bis es klappt. Wenn der erste Auftrag an Land gezogen ist, funktioniert der Rest beinahe von allein.

Hast du schon einmal für längere Zeit im Ausland gearbeitet? Erzähl‘ mir davon!

 

Wanderlust: Frei und unabhängig; aber nicht allein

Freiheit und Unabhängigkeit. Danach streben wir doch alle. Leider hab ich viel zu lange gedacht, so richtig frei und unabhängig könnte ich nur alleine sein.

Wer frei sein will, muss auch damit klar kommen allein zu sein„. Diesen Satz habe ich vor Jahren mal auf Twitter gelesen. Und er ist hängen geblieben, weil ich dachte, dass er wahr ist.

Machen, was man will. Entscheidungen treffen und nur sich selbst fragen. Einfach reisen und umziehen und sich ein Tattoo stechen. Kleine, wie große Dinge, die man einfach tun kann ohne jemand anderen Rechenschaft zu schulden.

Ich glaube nicht an Freiheit als Tatsache. Freiheit ist ein Gefühl. Unabhängigkeit auch. Es geht nicht darum, wie frei von Konventionen man wirklich ist. Wie unabhängig von Familie, Job und Staat. Sondern darum, dass man sich so fühlt. Das Mindset muss stimmen.

Freiheit fühlen, Gemeinschaft wertschätzen

Wie ein wandelndes Klischee, habe ich mich auf meiner Südostasien-Reise das erste Mal so richtig frei gefühlt. Mit dem Scooter alleine durch Ubud fahren, allein an einem Flughafen ankommen ohne das mich jemand abholt. Morgens aufstehen und gehen wohin der Wind mich trägt. Ohne Kompromiss.

Andererseits habe ich während meines Auslandssemesters in Indonesien auch Gemeinschaft und Gruppenzugehörigkeit so richtig zu schätzen gelernt. In einem fremden Land hab ich tolle Freunde und Bekannte gefunden, die mein Leben wirklich bereichert haben.

Und zwischen diesen beiden Welten habe ich verstanden, was Unabhängigkeit und Freiheit wirklich bedeuten. Ich kann mein eigenes Leben leben. Sachen allein wuppen, mein Ding machen. Und trotzdem wunderbare Menschen um mich herum haben.

Unabhängig zu sein, bedeutet auch andere einfach machen zu lassen. Selbstbewusste Entscheidungen treffen und auch anderen in ihr Leben nicht reinreden. Und wenn sich dann die Wege kreuzen, trotz der hunderten Möglichkeiten, die man hat, ist das doch der schönste Umstand der Welt. Eine Gruppe von Menschen, die sich gefunden hat, weil jeder einzelne gerne dort ist. Gemeinsam einen Moment genießen und die absolute Freiheit spüren.

Du bist nicht frei, du bist egoistisch!

Ich glaube, dass wie Unabhängigkeit zu oft mit Egoismus verwechseln. Immer darauf bestehen, sein eigenes Ding zu machen, ist vor allem egozentrisch. Keine Verpflichtungen eingehen zu wollen, zeigt meistens nur, dass wir uns dazu nicht bereit fühlen. Dass wir selbst als Mensch und Individuum noch nicht gefestigt sind.

Du kannst frei und unabhängig sein und trotzdem einen festen Freundeskreis haben oder in einer erfüllenden Partnerschaft leben. Sich frei zu fühlen heißt letztendlich mit sich selbst zufrieden zu sein. Nicht mehr das Gefühl von Rechtfertigung verspüren. Und keine selbstbezogenen Erwartungen mehr an andere zu stellen.

Reiseroute Südostasien Interaktive Karte

Sieben Monate Südostasien: Meine Reiseroute

Ein Jahr ist es her, seit ich in mein bisher größtes Abenteuer gestartet bin. Ein Auslandsstudium in Indonesien und anschließend zwei Monate allein durch Südostasien reisen. Meine Reise startete damals in Hamburg mit einem 10kg-schwerem Backpack und ziemlich viel Angst im Herzen. Ein Jahr später würde ich mich selbst wohl kaum mutig nennen, aber abenteuerlustig. Ich habe so viel gesehen, erlebt, gefühlt und ausprobiert. Und ich möchte es teilen.

Alle Ziele, die ich während meiner sieben Monate unterwegs angesteuert habe, findest du auf der Karte. Und Stück für Stück auch auf diesem Blog. Ich möchte keinen weiteren Reiseblog führen. Es gibt hunderte Frauen und Männer, die bessere Fotos schießen und Geschichten lebendiger erzählen können. Dafür möchte ich mich gern‘ den Dingen widmen, die auf anderen Blogs oft verschwiegen werden. Ich möchte Fakten und Daten liefern und so Reisen nachvollziehbarer und planbarer machen. Reisen löst in uns selbst viele Emotionen aus, doch die Entscheidung für oder gegen eine Reise werden meist aufgrund von Kosten und Mühen getroffen.

Von Anfang August bis Ende Dezember war ich hauptsächlich in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, und habe dort Kommunikation studiert. In dieser Zeit bin ich einmal nach Singapur geflogen, da ich noch kein langfristiges Visum für meinen Aufenthalt in Indonesien hatte. Im November habe ich außerdem die schöne Stadt Yogyakarta im östlichen Teil der Insel Java besucht. Mit dem Bus ging es zwischendurch in die nahegelegenen Städte Bogor und Bandung.

Richtig begonnen habe ich mit meiner Reise am 30. Dezember und einer ersten Enttäuschung. Silvester wollte ich in Bangkok feiern und erfuhr erst am Abend vorher, dass das große Feuerwerk in diesem Jahr nicht stattfände, weil kurz zuvor der thailändische König gestorben war und das Land noch trauerte.

Daten Suedostasien

Im Januar verbrachte ich ein paar Tage in Bangkok und Chiang Mai, bevor es nach Kambodscha ging. Kambodscha hat sich gleich hinter Indonesien in mein Herz geschlichen. Dort verbrachte ich beinahe zwei Wochen und habe mir die Hauptstadt Phnom Penh, die überirdischen Tempel um Angkor Wat, die ruhige Insel Koh Rong Sanloem, sowie die beiden Städte Krong Kampot und Kep angesehen.

Reiseroute Suedostasien

In einem kleinen Bus ging es nach über die Grenze nach Ho-Chi-Minh-Stadt und vor dort weiter nach Kuala Lumpur, wo ich später eine Freundin traf. Einen Tagesausflug nach Malakka später, ging es für mich zurück nach Indonesien. Innerhalb eines Monats besuchte ich Makassar in Sulawesi, Kuta, Seminyak, Canggu und Ubud in Bali, sowie Gili Air. Danach ging es bis nach Papua zu den vier Königen, Raja Ampat. Meine Reise endete Anfang März in Jakarta, wo mein Flug zurück nach Hamburg abhob.

Komisch, wie all das Erlebte zwischen den Zeilen von drei Absätzen klebt. Dabei denke ich noch heute beinahe täglich an meine wunderschöne Zeit in Südostasien. Deswegen werden hier ab jetzt regelmäßig Berichte meiner Reise erscheinen. Parallel plane ich auch schon die nächsten Abenteuer.

Fortbewegung Suedostasien

Wenn du an einem Bericht über einen Ort besonders interessiert bist oder sonstige Fragen zum Reisen in Südostasien hast, immer her damit 🙂

Auslandssemester in Asien planen

Checkliste: Ein Auslandssemester in Asien planen

Mein Auslandsemester war die Krönung meines Studiums und hat mir viele positive Erfahrungen geschenkt. Die Planung ist leider langwierig und kompliziert. Ein Überblick über all die Dinge, an die du denken musst, wenn du ein Auslandsemester außerhalb Europas planst.

Im August 2016 ging es für mich los:  Fünf Monate habe ich in Indonesiens Hauptstadt Jakarta studiert, danach ging es mit meinem Rucksack durch Südostasien. Ich habe in Indonesien gelebt, bin dort gereist und habe aus Asien gearbeitet. Ich habe mich ewig darauf gefreut und die Realität war sogar noch besser als meine Vorstellungen.

Kurzum: Ich kann jedem empfehlen ein Auslandssemester in Asien zu machen. Die Vorbereitung solltest du allerdings nicht unterschätzen. Einen längeren Auslandsaufenthalt neben Job und Uni zu planen ist viel Arbeit und mit viel Frust verbunden. Es lohnt sich, aber das macht die Sache ja nicht weniger anstrengend.

Damit Du weißt, worauf du dich einlässt, habe ich die wichtigsten Vorbereitung aufgeschrieben. Die variieren natürlich auch wieder nach Land, Universität und Dauer des Aufenthalts.

Bürokratie & Co für ein Auslandssemester in Asien

+ Partnerhochschule: Wenn du ein Semester im Ausland machen möchtest, informiere dich an der Uni oder Hochschule über Partnerhochschulen. Die meisten Unis haben ein großes Netzwerk, in denen der Austausch problemlos klappt.

+ Reisepass: Dein Reisepass muss bei der Einreise noch mindesten sechs Monate gültig sein. Beachte auch, dass du innerhalb des Semester vielleicht mal aus dem Land fliegst und wieder rein möchtest.

+ Visum: Das Besorgen des Visums ist eine kleine Meisterleistung. In Indonesien ändern sich die Bestimmungen laufend und gerade für Studenten gibt es spezielle Visa. Für die Beantragung wendest du dich am besten an die jeweilige deutsche Botschaft, die Botschaft des Auslandslandes und dem International Office der Partnerhochschule. Die Beantragung dauert super teils sehr lange, kümmere dich spätestens zwei Monate vor Abflug um dein Visum.

+ Impfen: Gerade wenn du Richtung Asien oder Ozeanien reist, solltest du dich vorher unbedingt über die notwendigen Impfungen informieren. Das geht direkt beim Arzt oder beim Gesundheitsamt

+ Reisekrankenversicherung: Deine normale Reisekrankenversicherung gilt nur 45 Tage nach Einreise. Besorg dir also eine, die die gesamte Reisezeit abdeckt.

+ Kreditkarte: Um überall an dein Geld zu kommen, ist eine Kreditkarte wichtig. Meine ist von der DKB, dort kannst du auf der ganzen Welt kostenlos Bargeld abheben. Viele empfehlen sogar zwei Kreditkarten mitzunehmen.

+ Deine Wohnung: Wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst, musst du dir überlegen, was du mit deiner Wohnung oder deinem WG-Zimmer anstellst. Untervermieten? Aufgeben? Leer lassen? Bedenke, dass du auch hier Zeit brauchst, um alles mit deinem Vermieter zu besprechen und deine Sachen auszuräumen.

+ Postnachsendung: Wenn du deine Wohnung behältst, kümmere dich unbedingt darum, dass deine Post weiter gesendet wird. Zum Beispiel zu einer guten Freundin oder deinen Eltern.

+ Geld: Auslandssemester sind teuer, besonders zu Beginn musst du erst einmal Geld reinstecken. Fang daher früh an, dir Geld beiseite zu legen.

+ Auslands-Bafög: Mein Auslands-Bafög war ziemlich hoch, dafür dauert die Bearbeitungszeit auch lange. Und die Beantragung ist noch umfassender als beim Inlands-Bafög.  Übrigens: Selbst wenn du im Inland kein Bafög bekommst, bestehen Chancen auf Auslands-Bafög

+ Stipendien: Außerhalb Europas gibt es kein Erasmus, dafür aber Stipendien zur Finanzierung. Ich hatte ein PROMOS-Stipendium. Die Bewerbung ist recht einfach und der Aufwand ist angemessen.

+ Flüge buchen: Ich persönlich mag es nicht, Monate vorher zu buchen. Aber natürlich werden Flüge teurer, desto länger du wartest. Ein festes Abflugdatum sorgt außerdem für ein bisschen Druck, dass ich manchmal ja ganz nützlich.

 

Die Universität im Ausland

+ Kontaktperson: Nimm Kontakt mit dem International Office der Partnerhochschule  auf, die helfen dir bei allem!

+ Semesterstart & -ende: Wann musst du da sein? Gibt es eine Einführungswoche? Wann sind Klausuren?

+ Kurse wählen: Welche Kurse stehen zur Auswahl? Gibt es Anwesenheitspflicht?

+ Persönliche Daten: Deiner Kontaktpersonen musst du allerhand persönlicher Daten zuschicken. Was genau, sagt dir das International Office oder eben der Beauftragte für Austauschstudierende.

 

Deine heimische Universität

+ Kurse anrechnen lassen: Damit du nicht nur zum Spaß im Ausland bist, musst du die die Seminare aus dem Ausland suchen, die für deine heimischen Kurse im entsprechenden Semester angerechnet werden können. Das musst du mit den jeweiligen Professoren oder Dozenten besprechen und schriftlich festhalten

+ Semesterticket-Befreiung: In NRW gibt es ein Semesterticket. Für eben das Ticket kann man sich bei der Asta befreien lassen. Dadurch sinkt der Semesterbeitrag erheblich und sparst ein wenig Geld.

 


Wichtige Kontaktpersonen

+ Der Auslandsbeauftragte deiner Universität / Hochschule

+ Der Auslandsbeauftragte der Austausch-Uni / Hochschule

+ Beide International Offices

+ Studierende, die vor dir im jeweiligen Land ein Auslandssemester gemacht haben.


Reiseland

+ Abholung vom Flughafen: Organisiere unbedingt, wie du vom Flughafen zu deiner Unterkunft kommst. Holt dich jemand ab? Oder gibt es öffentliche Verkehrsmittel, die dich unkompliziert zum Ziel bringen?

+ Unterkunft: Nicht jede Uni verfügt über Studentenwohnheime. Manchmal ist es auch sinnvoller erstmal bei einem Airbnb-Apartment unterzukommen und dann vor Ort zu suchen. Am besten kann dir bestimmt das International Office weiterhelfen.

+ Offline Maps: Lade dir bei Google Maps die Offline-Karte der Region runter oder nutze die App Maps.me

 

Reisegepäck für das Auslandssemester

+ Gute Basic-Kleidung: Nimm‘ die Kleidung mit, die du wirklich gern anziehst und sich gut kombinieren kannst. So kannst du weniger einpacken und sparst Gewicht.

+ Capsule Wardrobe: Nutze die Gelegenheit zum Aussortieren und konzentriere dich auf die Kleidung, die du wirklich brauchst. Es reicht viel weniger als du denkst, glaub mir!

+ Besonders in Asien gibt es viele Schwellenländer und das solltest du beachten. Lass Markenkleidung zuhause.

+ Kleidervorschriften: Aus religiösen oder gesellschaftlichen Gründen gibt es in manchen Ländern oder Regionen Kleidervorschriften. In meiner indonesischen Universitäten mussten Schulten und Knie immer bedeckt sein. Auch auf der Straße kleidet man sich in Jakarta nicht freizügig.

+ Backpack oder Koffer: Ich bin generell für kleines, übersichtliches Gepäck. Wenn du nach dem Semester noch weiterreisen willst, nimm lieber einen Backpack mit statt eines Koffers.

Die Liste ist wahrscheinlich nicht einmal vollständig, aber ein Anfang. Wenn dir mehr Dinge einfallen, die man vorher beachten und erledigen muss, sag unbedingt Bescheid!