Die Schweiz ist klein, politisch neutral und teuer. Soweit der gegenwärtige Konsens, wenn über das kleine Land in Europa gesprochen wird. Doch wie ist es in der deutschsprachigen Schweiz zu leben? Eine Zugezogene erzählt:

Auch wenn ich erst seit wenigen Wochen in Zürich bin, hab ich schon über einiges die Schweiz und ihre Eigenheiten gelernt. Ein paar Dinge sind eher random facts, aber viele durchaus relevant, wenn man sich entscheidet hier hin zu reisen oder gar hier zu wohnen.

EINS: Alle hassen Zürich

Zürich zu hassen ist hier Volkssport. Warum kann mir jedoch niemand erklären. Viele sage, es wäre Neid, weil sich in der Schweiz alles um Zürich dreht. Viele pendeln jeden Arbeitstag nach Zürich oder mussten für ihren Job hier hin ziehen. In der Redaktion, in der ich gerade arbeite, habe ich noch keinen echten Zürcher kennengelernt – alle zugezogen.

Zürich Opernhaus

ZWEI: Die Schweiz ist teuer

Surprise, surprise: Zürich ist teuer. Zürich ist sogar eine der teuersten Städte der Welt und auch im Rest des Landes gibt es nichts geschenkt. Besonders fürs Wohnen, in Restaurants und bei Transportmittel muss man hier tief in die Tasche greifen. Nach meiner Reise durch Südostasien ist das eine ganz schöne Umstellung.

Mit ein paar Tricks kann man hier allerdings auch einiges sparen. Mehr dazu bald auf dem Blog!

DREI: Und hat eine enorm hohe Lebensqualität

Eine Beurteilung des Beratungsunternehmens Mercer hat herausgefunden, dass Zürich zu den lebenswertesten Städten in Europa gehört. Nur Wien liegt einen Platz weiter vorn auf der Nummer eins. Für die Bewertung wurden Kriterien wie Kriminalität, politische Stabilität, Erholung und Ausbildung einbezogen.

Wer selbst durch Zürich schlendert, versteht sofort, woher die gute Bewertung kommt. Zürich ist sehr sauber und alles wirkt sehr geordnet und gesittet. Und auch die anderen Städte, dich ich bisher hier besucht habe, bestätigen diesen Eindruck.

Schweiz Bern hauptstadt

VIER: Hier gibt es ein sehr liberales Waffengesetz

Beim Thema Waffen steht sofort Amerika am Pranger, dabei ist das Waffengesetz in der Schweiz deutlich liberaler. Wer in der Schweiz seinen Wehrdienst ableistet, darf sein Sturmgewehr danach nämlich einfach behalten. Nur Munition gibt es für die Waffe seit 2007 nicht mehr.

Daher gibt es in der Schweiz ziemlich viele Waffen, die meisten verstauben glücklicherweise daheim im Schrank. Die Mentalität gegenüber Waffen ist allerdings nicht mit der USA vergleichbar.

Fünf: Die Schweizer dürfen per Volksentscheid mitbestimmen

In der Schweiz gibt es direkte Demokratie, das bedeutet zum Beispiel, dass die Bewohner per Volksentscheid über neue Gesetze abstimmen dürfen. So haben die Schweizer in den vergangen Jahren über das Bedingungslose Grundeinkommen, sowie über den Klimaschutz abgestimmt.

Während die Schweizer „Ja“ zum Verbot von Atomkraftwerken und Förderungen neuer Energie gesagt haben, gab es ein deutliches „Nein“ zum Bedingungslosen Grundeinkommen.

SECHS: Und sie sprechen vier Sprachen!

Die deutschsprachige Schweiz, sowie die französischsprachige Schweiz sind weit bekannt. Doch wusstest du, dass in der Schweiz auch romanisch und italienisch gesprochen wird?
Die verschiedenen Sprachen resultieren in kulturellen Unterschieden, so wirkt Zürich recht deutsch, während Genf einen französischen Touch hat. Auf der Karte siehst du, in welchen Kantonen (= Bundesländer), was gesprochen wird.

SIEBEN: Die Schweiz ist nicht in der EU, aber im Schengen-Raum

Ihren Ruf als „neutrales Land“ verdankt die Schweiz auch ihrer Nicht-Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Das Schengener Abkommen haben sie trotzdem unterzeichnet. Das bedeutet, dass man als Europäer hier keine Grenzen passieren muss und den Pass beim Eintritt ins Land nicht vorzeigen muss. Nur Waren müssen an der Grenze ggf. durch den Zoll.

ACHT: Hier fährt man Roller und Velo

Die Schweizer sagen Velo statt Fahrrad, was ich ziemlich süß finden. Vor allem fahren sie aber auch viel mit ihrem Zweirad. In Zürich ist mir außerdem aufgefallen, dass es sehr viele Motorrollerfahrer gibt, was in Deutschland ja eher jungen Erwachsenen vorbehalten ist. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass es hier so teuer ist. Aber gut finde ich es trotzdem!

Schweiz Stein am Rhein Architektur

NEUN: 25 Prozent Ausländeranteil

Durch die vielen internationalen Firmen, die in der Schweiz ihren Sitz haben (Hallo, Steuerparadies!), wird hier viel Englisch gesprochen. Und es leben rund 2 Millionen Ausländer in der Schweiz, was bei einer Gesamtbevölkerung von 8 Millionen Menschen rund 25 Prozent entspricht. Laut dem Bundesamt für Statistik kommt der Großteil aus Deutschland, Frankreich und Italien.

ZEHN: Innovation

Die Schweiz ist nicht nur für das Schweizer Taschenmesser bekannt. Auf der Rangliste des Global-Innovation-Index stand die Schweiz mehrere Jahre in Folge ganz oben.

Aber auch die Akzeptanz für Innovation erlebe ich hier als sehr groß. Im Supermarkt wird am Self Check Counter bezahlt, die Städte sind voll mit Elektroautos und es gibt einen Bankautomaten für Bitcoins. Die Schweiz, allen voran Zürich, zeigen sich gerne modern, sicher und zeitgemäß-

Bonus ELF: Marihuana ist hier legal

Der Verkauf und Konsum von Cannbis ist in dem kleinen Land legal. Allerdings nur, wenn der THC-Gehalt bei unter einem Prozent liegt. Das reicht nicht, um sich berauschen zu lassen. Den Stoff bekommt nur einfach im Supermarkt bei Coop oder Denner. Na sowas.

Habt ihr noch zusätzliche Fakten über die Schweiz? Oder gibt es Dinge, die euch ganz besonders interessieren? Immer raus damit!

 

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