Raja Ampat Papua Indonesien

Raja Ampat: Das letzte Paradies in Indonesien

Unberührte Natur, weiße Sandstrände und türkises Wasser. Raja Ampat wird zurecht von vielen als „das letzte Paradies“ bezeichnet. Mit meinem Besuch der Inselgruppe von Papua in Indonesien habe ich mir einen Traum erfüllt. Und ein richtiges Abenteuer abseits des Massentourismus erlebt.

Raja Ampat Boattour

30 Grad, leuchtender Sand, glitzerndes Meer und tausende Menschen, die wie Sardinen eng aneinander am Strand liegen. Dieses Bild hatte ich vor ein paar Monaten noch vor Augen, wenn ich an Strand und Meer dachte. Was für Mallorca und die Küste Italiens wohl stimmt, ist in Asien anders. Hier gibt es sie noch, die verlassenen Strände und Buchten; die Geheimtipps.

Einer dieser Geheimtipps ist Raja Ampat. Wer diesen Namen in Indonesien fallen lässt, wird in leuchtende Augen schauen. Die Inselgruppe kennt in Deutschland so gut wie niemand, in Indonesien gilt Raja Ampat als „das letzte Paradies„. Dennoch schaffen es nur wenige Einheimische zu den Inseln. Laut der Jakarta Post zählt Raja Ampat nur 20.000 Touristen im Jahr. Denn der Weg nach Raja Ampat ist umständlich und es gilt als teuer. Aber eben auch als wunderschön!

Anfahrt nach Raja Ampat

Das größte Abenteuer an Raja Ampat ist wahrscheinlich die Anfahrt. Um zu den Inseln zu kommen, muss man zunächst nach Sorong fliegen. Sorong, die Hauptstadt von Papua, hat allerdings nur einen Domestic Airport. Man muss also über Jakarta oder aus Makassar reinfliegen. Ich bin von Bali über Makassar geflogen. Dazu kommt, dass die Flugzeiten nicht aufeinander abgestimmt sind. Ich saß also über Nacht acht Stunden im Flughafen von Makassar fest.

Um sieben Uhr morgens landete ich in Sorong. Die nächste Fähre sollte erst in ein paar Stunden gehen, ich wollte mir die Zeit in einem Cafe vertreiben. Am Flughafen in Sorong gibt es allerdings gar nichts. Nach der Ankunftshalle folgt sofort der Bürgersteig und schließlich der Besucherparkplatz. Keine Shops oder Cafes, nur ein kleines ATM-Center. Bei meinem kleinen Abstecher in die Stadt wurde ich von den Einheimisch angeschaut wie ein verrücktes Alien. Denn im Flughafen-Vorort verirrt sich sonst wohl nie ein Tourist.

Also zurück zum Flughafen. Dort warten dutzende Taxifahrer auf dich. Für 100.000 Rupiah (ca. 7 Euro) bringen sie dich zum Hafen. Ein Motorbike bekommst du schon für 50.000 Rupiah.

Der Hafen von Sorong ist ähnlich trostlos. Dort konnte ich nach etwa einer Stunde Warten mein Ticket für die Fähre für 130.000 Rupiah kaufen. Danach hieß es noch einmal drei Stunden warten bis die Fähre eintrifft. Mit der Fähre geht es dann drei Stunden nach Waisai zum Hafen. Durch das ewige Warten war ich also gute 24 Stunden unterwegs.

Beim Verlassen der Insel wird es ähnlich langwierig. Die Fähre kommt erst gegen Nachmittag in Sorong an, die Flüge aus Sorong gehen aber am Vormittag. Daher musste ich eine Nacht in Sorong verbringen. Über Traveloka bin ich günstig auf das City Home Stay gestoßen. In Hotelnähe schwelgt man da nicht gerade in Luxus, aber hat doch alles, was man für eine Nacht braucht.

Lohnt sich Raja Ampat?

Raja Ampat Indonesien

Die Anfahrt nach Raja Ampat ist wirklich anstrengend und als Alleinreisende auch nicht ganz ohne. Auf der Fähre waren vielleicht noch drei andere Nicht-IndonesierInnen, so dass man sich wirklich sehr allein fühlt. Für Angsthasen ist das nichts und heute weiß ich selbst nicht, wie ich das nervlich ausgehalten habe, ganz allein, übernächtig und mit leerem Smartphone-Akku im trostlosen Hafen von Sorong zu sitzen und nicht in mich zusammenzubrechen.

Dazu kommt die Warterei – am Flughafen, am Seehafen und schließlich in der Fähre. Doch für die Strapazen wurde ich belohnt. Die Natur in Raja Ampat ist herrlich. Beinahe unberührt erscheinen die ganzen Inseln grün, das Wasser leuchtet türkis. Raja Ampat ist einfach wunderschön und ruhig.

Ich war viel Schnorcheln und habe nie zuvor so eine farbenfrohe Unterwasserwelt gesehen. Riesige Korallen, viele bunte Fische und klares Wasser. Die Artenvielfalt in Raja Ampat ist sogar größer als in Australiens Great Barrier Reef, zudem sind die Korallen noch nicht so gefährdet wie in Australien.

Traditional Market Raja Ampat

Mein Tourguide hat mich zu menschenleeren Stränden gebracht. Mit dem Motorroller sind wir kilometerweit über kleine Straßen gebrettert, umgeben nur von Grün. Diese pure Schönheit der Natur ist kaum zu beschreiben und schlecht festzuhalten. Fotos können nicht an das Erlebte und Gesehen heranreichen.

Schon jetzt gibt es auf Raja Ampat viele kleine Dive Resorts. Die Inselgruppe wird sich allzu schnell nicht zum Touristenmagneten entwickeln, aber sicherlich stark verändern. Ein paar Jahre wird „the last Paradise“ also noch so wunderschön bleiben. Ich hoffe, ich schaffe es in der Zeit noch einmal ein paar Freunde zusammenzutrommeln und Raja Ampat erneut zu entdecken. Es gibt noch viel zu sehen! Gleichzeitig muss ich aber sagen, dass sich Raja Ampat vor allem für Taucher lohnt. Ich habe leider keinen Tauchschein und daher viel verpasst.


7 Monate Südostasien – Meine Reiseroute


Was ist Raja Ampat

Raja Ampat gehört zu Indonesiens Provinz Papua und liegt weit im Osten des Landes hinter den Molukken. An der Ostseite grenzt Papua an das Land Papua-Neuguinea. Der Name Raja Ampat (dt: Vier Könige) bezieht sich auf die vier Hauptinseln Waigeo, Misool, Salawati und Batanta. Insgesamt gehören aber etwa 1800 Inseln zu Raja Ampat. Ich war auf Waigeo in Waisai.

Obwohl die offizielle Amtssprache in Indonesien Bahasa Indonesia ist, wird diese von vielen Menschen in Papua nicht gesprochen. Typisch für Indonesien haben viele Inseln und Dörfer eine eigenständige Kultur und eine eigene Sprache, die sich stark vom Rest Indonesiens unterscheiden kann. Wer Indonesisch spricht, kann sich also nicht unbedingt überall auf Raja Ampat mit Einheimischen verständigen.

Raja Ampat Sunset

Tipps für Raja Ampat

  • Verschaffe dir vorher einen guten Überblick über die verschiedenen Inseln, damit du planen kannst, was du sehen möchtest
  • In Raja Ampat braucht man in jedem Fall ein Tourguide, weil man allein nicht weit kommt und es auch viel zu teuer wäre. Am besten kontaktierst du schon vor deiner Reise deine Unterkunft und erkundigst dich nach Touren
  • In Sorong unbedingt noch einmal Geld abheben. In Waisai gibt es zwar ATMs, aber woanders ist das nicht garantiert
  • In vielen Guesthouses und Homestays gibt es kein Wifi. Vorher deswegen alles gut planen und notieren!
  • Die Fähre kommt immer in Waisai am Hafen an und die meisten Unterkünfte holen dich dort auch ab. Vorher trotzdem checken, ob das geregelt ist!
  • Einen Fährenplan  gibt es zwar, allerdings darf man diesem nicht zu viel Glauben schenken. Zeiten ändern sich gerne spontan.
  • Generell gilt für Raja Ampat: Planung ist alles. Hier gibt es keinen Mitlauf-Tourismus, dir werden keine Angebote vor die Füße geworfen. Man muss selbst schauen, wo man bleibt
  • Raja Ampat ist ein Taucherparadies und lohnt sich daher auch für Taucher besonders
  • Allein für An- und Abfahrt solltest du je einen Tag einplanen.
Koh Rong Samloem in Kambodscha

Koh Rong Samloem: Mit der Sonne leben in Kambodscha

Den ganzen Tag barfuss unterwegs zu sein hat schon was. In Koh Rong Samloem dreht sich die Welt noch langsam. Ich bin in der M’Pay Bay gelandet, ein Urlaubsparadies, das mehr an ein kleines Fischerdorf erinnert. Kein Spur von Massentourismus, Gentrifizierung oder anderen Modewörtern. Eine kleine Idylle kurz vor der Küste Kambodschas.

Eine Ruheoase in Kambodscha

Koh Rong Samloem ist die kleine Schwester der Partyinsel Koh Rong und das genaue Gegenteil. “Live by the sun” klingt ein bisschen doof, ist aber genau das, was die Insel ausmacht. Morgens wird man von der Sonne geweckt, abends wird es früh dunkel, so dass ich immer gegen 10 Uhr im Bett war. Man isst wenn man Hunger hat, wandert umher und bleibt da, wo es einem gefällt. Zeit spielt keine Rolle.

Ich war vier Tage auf der Insel und habe sie vor allem liegend und schaukelnd in der Hängematte verbracht. Nirgends lässt sich so gut abschalten wie an menschenleeren Stränden. Ohne störende Geräusche von Autos. Nur das Meer und ich.

Koh Rong Samloem Paradies

Die Anreise nach Koh Rong Samloem

Von Sihanoukville fahren täglich mehrere Fähren nach Koh Rong Sanloem, aber auch nach Koh Rong Island und anderen Inseln. Ich haben online ein Ticket (Hin-und Zurück) für 20 Dollar bei GTVC Speedboat gekauft. Einen Tag bevor man zurück auf das Festland möchte, kann man einfach im Office Bescheid sagen. Den Treffpunkt für die Abfahrt habe ich auf der Karte markiert. Von dort wirst du dann mit einem Kleinboot zum Speedboat gebracht.

Achtung: Bei der Rückfahrt hatte ich etwas Probleme, weil die Firma nicht mit dem großen Andrang fertig wurde. Ich kam also deutlich später wieder in Sihanoukville an als geplant. Deswegen unbedingt die Rückfahrt mit großzügigen Puffer planen!

Die Crew des Speedboats hat uns in Koh Rong Samloem am markierten Ankunftspunkt herausgelassen. Leider ist dieser Teil der Insel nicht der Teil, wo mein Hostel stand. Doch auch dafür gibt es eine Lösung.

Jeden Nachmittag kommt gegen 17 Uhr das Suppy Boat, das Lebensmittel, Getränke, aber auch Elektrogeräte auf die Insel bringt. Für 5 Dollar nimmt die Crew dich mit und setzt dich an anderen Teilen der Inseln ab. Ich musste zur M’Pay Bay. Die Fahrt dorthin dauerte rund 1 1/2 Stunden, da das Boot auch an anderen Buchten hält. Dafür lernst du aber kennen, wie die Lebensmittelverteilung in Kambodscha funktioniert. Die Show ist auf jeden Fall 5 Dollar wert.

Bei der Rückfahrt bin ich ganz schön ins Schaukeln gekommen. Auch morgens fährt ein Supply Boat, auf das ich wieder gesprungen bin. Allerdings gab es ein riesiges Unwetter, so dass wir uns bald alle festhalten mussten und verdammt nass wurden.

Supply Boat Anfahrt Koh Rong Samloem

Koh Rong Samloem: M’Pay Bay

M’Pay Bay begrüßt dich schon am Pier mit vielen Bars und Restaurants. Dadurch ist der erste Eindruck sehr touristisch. Doch das täuscht. M’Pay Bay ist mehr wie ein kleines Dorf, in dem Einwohner und Reisende Seite and Seite leben. Es gibt kein Hotel, nur ein paar kleine Hostels und ein Resort am Rande.

Hostels versprechen generell keinen Luxus. In Asien bekommt man für ein paar Euro in der Regel aber ganz anschauliche Dorm-Rooms. Auf Koh Rong Sanloem sieht das ein bisschen anders aus. Mein Hostel, Yellow Moon, bestand aus Baumstämmen, Blech und Stroh. Die Betten haben bei der kleinsten Bewegung geschaukelt. Es gab keine AC, nur Ventilatoren. Und kein Internet.

Yellow Moon Hostel Koh Rong Samloem

Alles etwas gewöhnungsbedüftig, aber für diese Inseln nimmt man das gerne in Kauf. Irgendwie gehört das Puristische sogar dazu und ist Teil des Charmes. Koh Rong Samloem grenzt sich so klar ab von thailändischen Partyinseln, die westlichen Standards kaum mehr nachstehen. Koh Rong Samloem ist etwas besonderes.

Ein bekannter Geheimtipp

Immer wenn ich von Kambodscha erzähle, kann ich jeden nur raten, so schnell wie möglich ins Land zu reisen. Auch wenn Kambodschas Inseln noch nicht von vielen Touristen entdeckt wurden sind, sind sie unter Reisenden bekannt. Auf der größeren Insel Koh Rong wird momentan ein Flughafen gebaut, der den Ort endgültig bereit für Touristen macht.

Wer die Schönheit noch genießen möchte, sollte Koh Rong Samloem und Kambodscha also schnell besuchen.

Übrigens: Koh Rong Samloem wird auch oft mal Sanloem oder Saloem genannt. Da gibt es kein falsch oder richtig und es ist immer die gleiche Insel gemeint.

Koh Rong Samloem Reise

Reiseroute Südostasien Interaktive Karte

Sieben Monate Südostasien: Meine Reiseroute

Ein Jahr ist es her, seit ich in mein bisher größtes Abenteuer gestartet bin. Ein Auslandsstudium in Indonesien und anschließend zwei Monate allein durch Südostasien reisen. Meine Reise startete damals in Hamburg mit einem 10kg-schwerem Backpack und ziemlich viel Angst im Herzen. Ein Jahr später würde ich mich selbst wohl kaum mutig nennen, aber abenteuerlustig. Ich habe so viel gesehen, erlebt, gefühlt und ausprobiert. Und ich möchte es teilen.

Alle Ziele, die ich während meiner sieben Monate unterwegs angesteuert habe, findest du auf der Karte. Und Stück für Stück auch auf diesem Blog. Ich möchte keinen weiteren Reiseblog führen. Es gibt hunderte Frauen und Männer, die bessere Fotos schießen und Geschichten lebendiger erzählen können. Dafür möchte ich mich gern‘ den Dingen widmen, die auf anderen Blogs oft verschwiegen werden. Ich möchte Fakten und Daten liefern und so Reisen nachvollziehbarer und planbarer machen. Reisen löst in uns selbst viele Emotionen aus, doch die Entscheidung für oder gegen eine Reise werden meist aufgrund von Kosten und Mühen getroffen.

Von Anfang August bis Ende Dezember war ich hauptsächlich in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, und habe dort Kommunikation studiert. In dieser Zeit bin ich einmal nach Singapur geflogen, da ich noch kein langfristiges Visum für meinen Aufenthalt in Indonesien hatte. Im November habe ich außerdem die schöne Stadt Yogyakarta im östlichen Teil der Insel Java besucht. Mit dem Bus ging es zwischendurch in die nahegelegenen Städte Bogor und Bandung.

Richtig begonnen habe ich mit meiner Reise am 30. Dezember und einer ersten Enttäuschung. Silvester wollte ich in Bangkok feiern und erfuhr erst am Abend vorher, dass das große Feuerwerk in diesem Jahr nicht stattfände, weil kurz zuvor der thailändische König gestorben war und das Land noch trauerte.

Daten Suedostasien

Im Januar verbrachte ich ein paar Tage in Bangkok und Chiang Mai, bevor es nach Kambodscha ging. Kambodscha hat sich gleich hinter Indonesien in mein Herz geschlichen. Dort verbrachte ich beinahe zwei Wochen und habe mir die Hauptstadt Phnom Penh, die überirdischen Tempel um Angkor Wat, die ruhige Insel Koh Rong Sanloem, sowie die beiden Städte Krong Kampot und Kep angesehen.

Reiseroute Suedostasien

In einem kleinen Bus ging es nach über die Grenze nach Ho-Chi-Minh-Stadt und vor dort weiter nach Kuala Lumpur, wo ich später eine Freundin traf. Einen Tagesausflug nach Malakka später, ging es für mich zurück nach Indonesien. Innerhalb eines Monats besuchte ich Makassar in Sulawesi, Kuta, Seminyak, Canggu und Ubud in Bali, sowie Gili Air. Danach ging es bis nach Papua zu den vier Königen, Raja Ampat. Meine Reise endete Anfang März in Jakarta, wo mein Flug zurück nach Hamburg abhob.

Komisch, wie all das Erlebte zwischen den Zeilen von drei Absätzen klebt. Dabei denke ich noch heute beinahe täglich an meine wunderschöne Zeit in Südostasien. Deswegen werden hier ab jetzt regelmäßig Berichte meiner Reise erscheinen. Parallel plane ich auch schon die nächsten Abenteuer.

Fortbewegung Suedostasien

Wenn du an einem Bericht über einen Ort besonders interessiert bist oder sonstige Fragen zum Reisen in Südostasien hast, immer her damit 🙂