Websites wie Urlaubsguru, Urlaubspriraten und Co locken mit Schleuderpreisen. Für wenig Geld geht es nach Spanien, Bali oder New York. Dabei werden Sehnsüchte geweckt, die wir gar nicht haben.

Reisen ist ein Privileg

Reisen ist ein teurer Spaß. Auch wenn Südostasien und Südamerika durch günstige Preise auf schmale Budgets passen, bleibt Reisen ein Privileg. Zeit, Geld und Energie müssen zusammenspielen, damit die Reiselust auch ausgelebt werden kann. Hier setzen Schnäppchenportale für Reisen an. 3 Tage Rom gibt es für 112 Euro, fünf Tage im Luxus auf Kos für 584 Euro.

Die Welt sehen zu können ist großartig. Es schärft die Sinne, festigt die Persönlichkeit und macht dich vor allem offener für andere Kulturen. Gleichzeitig schaden die durch Reisen verursachten Emissionen dem Klima. Hotels und Resorte treiben Preise in die Höhe und vertreiben die Einheimischen aus der jeweiligen Region. Deswegen solltest du bewusst reisen und es nicht nur als Mission Passport verstehen.

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Schnäppchenseiten schaffen Sehnsüchte

Die Suche nach günstigen Reise ist verständlich. Urlaub sollte schließlich keine Frage des Einkommens sein, sondern steht allen Menschen zu. Allerdings bieten gerade die Schnäppchenseiten selten das Angebot zu den Konditionen, die wir uns eigentlich erträumt haben. Aus Backpacking in Kambodscha wird so All-Inclusive in Thailand, die Erkundung von Malta zum Strandurlaub in Spanien.

Wir erfüllen also gar nicht unsere wahren Reisewünsche und treten zu spannenden Individualreisen an, sondern pressen uns in ein vorgefertigtes Reise-Korsett. Klar, das Angebot kann genau deinen Wünschen entsprechen und auf dich abgestimmt sein. Oftmals geht es aber eben doch nur um Strand und Sonne; und das möglichst günstig.

Reisen wird so zur Trash-Ware am Fließband, anstatt zum außergewöhnlichen Erlebnis. Das Privileg wird zum normalen Wochenendprogramm. Wenn alles günstig und schnell zu haben ist, konzentrieren wir uns nicht mehr auf einzelne Erlebnisse und schätzen das Reisen nicht mehr. Je geht nur noch um mehr. Mehr Meer, mehr Stempel im Pass, mehr Selfies vor Sehenswürdigkeiten.

Nachhaltigkeit: Fehlanzeige

Flugreisen sind generell nicht nachhaltig. Die günstigen Preisen kommen auf Urlaubspiraten und co oft zustande, in dem Gabelflüge und Stop-Over Flüge angeboten werden. Anstatt des direkten und schnellsten Weges gibt es also oft mehrere Zwischenstops. Da bei Gabelflügen die Startflughafen ein anderer als der Zielflughafen ist, kommt zudem noch mindestens eine längere Fahrt mit Bus oder Bahn hinzu.

Tourismus, egal, wie nachhaltig man sich verhält, ist ein ökologisches Problem. Reisende steigern Müll, das Verkehrsaufkommen und verdrängen durch Hotelanlagen, Clubs u.ä. die Einheimischen aus den Orten. Daher sollte man diese Gleichung, die zu Lasten der Umwelt fällt, zumindest moralisch ausgleichen. Zum Beispiel, in dem nur an Orte reist, die dich interessieren. Und indem du den Urlaub in dem Land nutzt, um deinen Horizont zu erweitern. Damit löst du nicht das Klimaproblem, aber die Reise hatte zumindest einen ideellen Wert.

Bekommt das Reisen bald Image-Probleme?

Die Tourismusbranche ist eine der größten der Welt. Und auch in meinem Freundeskreis wird die Reiselust immer größer, Backpacking wird beinahe normal. Leider bleibt die ethische und ökologische Verantwortung dabei schnell auf der Strecke.

Wir müssen dringend bewusster und überlegter reisen. Mehr unsere nahe Umgebung entdecken als in die Ferne zu fliegen. Uns vor Ort besser und respektvoller verhalten, sowie Reiseveranstalter, Hotels und Co kritischer auswählen.

Reisen ist einfach und sogar erschwinglich, wenn man es geschickt anstellt. Doch die wahren Kosten sollte nicht unsere Welt tragen.

 

One Reply to “Verscherbel mir die Welt: Warum Urlaubsguru und Co dem Reisen schaden”

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